Synopsis

Stuttgart 1984

Hürdenläufer Frank Lindemann und sein Freund Ulf Mehdorn treten beim letzten Wettkampf vor der Olympiade in Los Angeles an: für die DDR.

Beide wissen, wenn sie diese Chance nicht nutzen und in den Westen flüchten, wird für sie - wie für alle Ostblocksportler - die Olympiade in Los Angeles ein Traum bleiben. Die Flucht gelingt.

Weinheim/Hessen, 1984

Frank und Ulf werden als Politikum gefeiert. Der Traum scheint wahr zu werden: die Olympiade steht vor der Tür.

An einem gewöhnlichen Trainingstag wird Frank auf dem Heimweg Opfer eines Autounfalls. Mit aufgeblendetem Licht kommt ihm ein Fahrzeug entgegen, der Fahrer flüchtet.

Nicht nur die Olympiade ist gestorben, Frank muss sich für immer vom Sport verabschieden.

Für ihn steht fest: Das ist kein Zufall. Das ist die Art seines ehemaligen "Arbeitgebers", sich an Verrätern des Sozialismus zu rächen. Und wenn sein Freund Ulf nicht gar Mittäter war, so musste er zumindest von dem Anschlag gewusst haben.

Ulf unterschreibt bei einem Kölner Verein, tritt in L.A. an, der Kontakt der Freunde bricht ab. Und so bleibt Frank nur noch eine Person, die sein Vertrauen gewinnen kann: Krankenschwester Sabine. Wenige Monate später heiraten sie. Sie besorgt ihm eine Stelle als Sportreporter bei einer kleinen Zeitungsredaktion. Aber auch da wird Frank sein Trauma nicht los. Er sammelt alles, was nach einer Spur zu seinem Unfallverursacher aussieht.

Weinheim/Hessen, 1987

Nach 3 Jahren Funkstille meldet sich Ulf. Er will Frank zu seinem Geburtstag sehen. Sie müssen reden. Für Frank steht fest: Ulf will reinen Tisch machen.

Doch Ulf ist nicht im Hotel wie verabredet. Er liegt im Krankenhaus, auf Sabines Station und ­ er hatte einen Autounfall. Sabine weiß von nichts. Nachdem Frank erfährt, dass Sabine Ulf kurz vor dessen Unfall im Hotel traf, ahnt er, wer den Plan für sein Leben nach der Flucht gestrickt hat - seine Frau im Auftrag des ostdeutschen Geheimdienstes.

Es gilt zu kämpfen: für die Freundschaft, für seine Träume, für sein Leben.

 

Thema

Unsere Geschichte beginnt an dem Punkt, wo eine spektakuläre Flucht endet und eine neue beginnt.

Der Film handelt von der Suche nach einem Neubeginn durch das Überwinden der eigenen Angst.

Ein DDR Flüchtling kommt nicht damit zurecht, daß sich seine einstigen Erwartungen im Westen nicht erfüllen, in einer Welt, in der alles möglich zu sein schien.

Den Schuldigen für sein eigenes Versagen findet er im Machtapparat des Staatssicherheitsdienstes, der sein Leben in der Jugend lenkte und auch jetzt nicht loszulassen scheint.

Mißtrauen setzt sich fest, das gegen jeden gerichtet ist.

Unerfüllte Sehnsüchte und Unzufriedenheit lähmen ihn. Die Angst, in unserer Ellbogengesellschaft nicht mithalten zu können, hindert ihn daran, sein Leben wirklich anzupacken.

Als die Vergangenheit ihn einholt, deutet er die auf ihn einstürzenden Ereignisse auf seine Weise. Menschen aus seiner Umgebung handeln scheinbar unerwartet, reagieren merkwürdig und verstärken sein Mißtrauen. In dieser Situation setzt er verloren gegangene Energie frei und erkennt durch die scheinbare Wiederholung der Ereignisse, daß es wenig hilfreich ist, Schuld bei anderen zu suchen.

Jemandem den schwarzen Peter zuzuschieben ist einfach. Vertrauen zu schenken ist allerdings die schwierigste und gleichzeitig einzige Möglichkeit, dem eigenen Mißtrauen entgegenzuwirken.

Der DDR Flüchtling Lindemann ist auf der Suche nach einem Ziel, stets verfolgt vom eigenen Mißtrauen.

Das ist das ungewöhnliche und zugleich auch provozierende, das zeitlose, das zum Hingucken und Nachdenken auffordernde Element.

Ob Eifersucht oder Neid, Unzufriedenheit oder Gier - jeder von uns kann sich mit der Hauptfigur identifizieren. Schließlich ist "Mißtrauen in uns" ein allgemeingültiges Phänomen.

Und wo kann man sich unbehelligter mit den eigenen Ängsten auseinandersetzen als in der Dunkelheit des Kinosaals?

 

Produktionsdaten:

Produzent

Filmakademie Baden-Württemberg
Mathildenstraße 20
71638 Ludwigsburg

Co-Produzenten

Universal Studios Networks
Hessischer Rundfunk

Dozenten

Prof. Nico Hofmann
Prof. Lutz Konermann
Prof. Bastian Clevé

Format

16mm, Farbe, Dolby Stereo
1:1,85
Genre Thriller
Länge 30 Min.

Drehort

Mannheim und Umgebung

zur Bildergalerie von den Dreharbeiten

TV

  • Premiere 13th street > Dez. 2001 20Uhr > Wiederholung Sep.2002
  • Hessischer Rundfunk > ?

Festivals

  • Highlights Filmakademie Baden-Württemberg 2002 > Mai 2002
     
  • Sehsüchte Internationales Hochschulfilmfest Potsdam 2002 > April 2002
     
  • Internationales Festival des Hochschulfilms München 2002 > Februar 2002
     
  • 8. Filmschau Baden-Württemberg 2002 Kurzfilm-Wettbewerb > 7. Dezember 2002 > Sa. 20 Uhr
     
  • 9. Regensburger Kurzfilmwoche 2002
     
  • 3. Landshuter Kurzfilmfestival 2002
     
  • Rottweiler Kurzfilmtage 2003 > 2.Mai 2003 > Fr. 22 Uhr
     
  • Emden Internationales Filmfestival 2003 > Mi. 19 Uhr
     
  • Saar-Lux-Filmfestival 2003 > Saarbrücken 20.Juni2003 Fr. 22 Uhr > Grevenmachen > 24.Juni 2003 > Di. 20 Uhr

VHS und Poster

Wenn Sie Interesse an einer VHS-Kopie oder einem Poster von "Das Zeitbombenprinzip" haben, setzen Sie sich bitte mit Frau Ada Götz in Verbindung.

 

Filmprolog (380x204, 12fps)

Quicktime (2,3 MB)

AVI/DivX (2,1 MB)

AVI/Indeo (2,8 MB)